Auf Trinkstärke herabsetzen
Wie viel Wasser braucht ein hochprozentiges Destillat, um auf Trinkstärke zu kommen? Der Rechner berücksichtigt die Volumenkontraktion – Alkohol und Wasser ziehen sich beim Mischen zusammen, deshalb wird über die Masse gerechnet, nicht naiv übers Volumen.
Wasser zugeben: 6.7 l
Ergibt rund 16.5 l Destillat bei 42 % vol. Ohne Kontraktions-Korrektur käme man rechnerisch auf 16.7 l – die Differenz ist die Volumenkontraktion.
Wasserqualität: Zum Herabsetzen nur weiches Wasser (Härte unter 4 °d) verwenden – hartes Wasser trübt den Brand später ein. Das Wasser vorlegen und den Alkohol langsam einrühren, dann vor dem Abfüllen einige Tage kühl stellen und filtrieren.
Die Rechnung folgt der Massen-Methode aus der Fachliteratur (Hagmann/Essich, „Obst brennen“); die hinterlegten Umrechnungswerte sind Standard-Tafelwerte bei 20 °C und für den Hausgebrauch gedacht. Verbindlich sind die Amtlichen Alkoholtafeln (PTB) bzw. die Kontraktionstabellen nach Dr. Adam.
Wie viel Alkohol bringt die Maische?
Schon vor dem Einmaischen lässt sich abschätzen, was am Ende im Kessel landet. Du misst den Extrakt der Maische (mit Most-/Öchsle-Waage oder Refraktometer), ziehst die zuckerfreien Anteile ab und rechnest auf Alkohol hoch. So merkst du auch früh, wenn eine Gärung stecken geblieben ist – die echte Ausbeute sollte den Schätzwert nicht weit unterschreiten.
Erwartet: 6.4 l reiner Alkohol
Aus 100 l Maische – das sind rund 6.4 l je 100 l. Zwischenschritte: Saft-Zucker ≈ 12.5 %, Maische-Zucker ≈ 11.6 %. Gerechnet ist der Gesamtalkohol (Vor-, Mittel- und Nachlauf zusammen); der verwertbare Mittellauf liegt darunter und hängt davon ab, wie viel Vor- und Nachlauf du abtrennst.
Methode und Obst-Faktoren (Nichtzuckerstoffe, Tresterfaktor) nach Josef Pischl, „Schnapsbrennen“ (Leopold Stocker Verlag). Belegt sind die vier gelisteten Obstarten; andere Früchte brauchen eigene Messwerte. Den Umrechnungsfaktor 0,55 (aus 100 kg Zucker rund 55 l reiner Alkohol) bestätigt unabhängig Tanner & Brunner (Wädenswil): praktisch höchstens 56 l je 100 kg Zucker, theoretisch 64,5 l. Das Ergebnis ist ein Richtwert für saubere Verarbeitung, keine Garantie.
