Vom Obst zum Brand in sechs Schritten.
Gärung
Der Schnitt
Vor- und Nachlauf verwerfen: Der Vorlauf riecht stechend (Acetaldehyd, Ethylacetat). Das giftige Methanol entsteht in der Maische und reichert sich im Nachlauf an – es lässt sich nicht über den Vorlauf wegschneiden. Nur der Mittellauf kommt ins Glas. Wie der Schnitt praktisch gelingt, steht im Kapitel Brennen & der Schnitt; mehr zu Fehlern und Recht in Fehler erkennen und Recht & Sicherheit.
Hochprozentig reifen & verdünnen
Nachruhe & Lagern
Zuckerzusatz: Ausbeute, Aroma und rechtliche Grenzen
Zehn Regeln für die Verarbeitung
Nur vollreifes, gesundes, sauberes Obst verarbeiten – Schmutz, Schimmel und Faulstellen wandern als Fehler ins Glas. Kernobst und Beeren gut zerkleinern, Kerne und Steine dabei aber ganz lassen (sonst Blausäure aus dem Steinkern). Saubere, lebensmittelechte und alkoholfeste Gärbehälter verwenden – immer mit Gärspund verschlossen. Reintönig vergären: Reinzuchthefe ansetzen, Enzym zugeben und – bei säurearmem Obst – auf den Ziel-pH ansäuern. Gärtemperatur 16–20 °C halten (Williamsbirne und Himbeere 16–18 °C); das Obst sollte schon beim Einmaischen so temperiert sein. Nach abgeschlossener Gärung zügig brennen; bei unvermeidbarer Zwischenlagerung pH, Luftabschluss und Temperatur beachten, besonders bei Steinobst. Den Rohbrand rasch abziehen, den Feinbrand mit Gefühl: Vor-, Mittel- und Nachlauf sauber trennen. Den Mittellauf dunkel und kühl lagern (Beerenbrände und Williams kühler und in vollen Gefäßen). Mit gutem, weichem Wasser auf eine vernünftige Trinkstärke einstellen, bei Bedarf filtern und vor dem Abfüllen reifen lassen. Die rechtliche Bezeichnung muss zum Verfahren passen: Obstbrand gewinnt seinen Alkohol ausschließlich durch Vergärung der Frucht; mögliche Süßung des fertigen Brands ist gesondert geregelt.
Frei nach den „10 Geboten“ von Josef Pischl, „Schnapsbrennen“ (Leopold Stocker Verlag).
Die Angaben je Frucht stehen im Katalog der Obstarten. Benötigte Geräte findest du unter Ausrüstung.





