Brand · aus Holunderbeere

Holunderbrand

Dunkel und herb-würzig – die Dolde der Hecke, sofort gebrannt.

40–43 % volTrinkstärke
15–18 °CGärtemperatur

Profil

KategorieBrand
GrundzutatHolunderbeere
Reife / ErnteDolden reifen ungleich – nur voll ausgefärbte, dunkle Beeren ernten (Hagmann/Essich).
AusbeuteNiedrig – zuckerarme Beere (~2–3 % vol natürlicher Alkohol, Malle/Schmickl, Tier B).
Zuckerzusatznicht nötig (Beere) – Zuckerzusatz brächte nur mehr Alkohol, kein Aroma; die Holunderblüte dagegen ist von Natur aus zu zuckerarm und nur mit Zuckerzugabe überhaupt vergärbar (Malle/Schmickl)
Maische-pH2,8–3,2
HefeReinzuchthefe (z. B. Lalvin EC-1118)
Pektinasehilfreich
Gärdauerkurz – möglichst sofort nach der Gärung brennen (Hagmann/Essich)
AromaDunkel, herb-würzig, leicht muskatartig.

Der Schnitt

Die Beeren vor dem Vermaischen vollständig abrebeln – Stiele und grüne Beeren bringen Bitterkeit und Fehltöne (Hagmann/Essich). Die Maische schäumt stark → großen Steigraum lassen oder Antischaum. Vorlauf abtrennen, Nachlauf rechtzeitig.

Besonderheiten

  • Abrebeln ist Pflicht – Stiele und unreife grüne Beeren enthalten das cyanogene Glykosid Sambunigrin und bringen Bitterkeit/Fehltöne. Fürs Destillat sicherheitlich unkritisch: Sambunigrin ist wasserlöslich und hitzelabil, bleibt im Maischerückstand – anders als Methanol kein Übergang in den Brand.
  • Maische schäumt stark → großen Steigraum lassen.
  • Möglichst sofort nach der Gärung brennen.
  • Die Holunderblüte ist nur mit Zuckerzugabe vergärbar (sonst als Geist/Ansatz).

Quelle: Importierte Wissensbasis + Buchquellen (ungeprüft)

→ Der Grundprozess im Detail