Brand · aus Schlehe
Schlehenbrand
Die wilde Hecke im Glas: herb, mandelig, erst nach dem ersten Frost geerntet.
Steinobst: Steine beim Vermaischen nicht zerschlagen – aus beschädigten Kernen entsteht Blausäure und daraus das krebsverdächtige Ethylcarbamat. Ein kleiner Anteil ganzer Steine ist fürs Aroma unkritisch; den Nachlauf rechtzeitig (spätestens um 50 % vol) abtrennen.
40–43 % volTrinkstärke
18–20 °C – Wildobst vergärt wärmer (LVWO ~20 °C; Hagmann ~18 °C)Gärtemperatur
Profil
| Kategorie | Brand |
|---|---|
| Grundzutat | Schlehe |
| Reife / Ernte | Erst nach dem ersten Frost ernten – er baut Gerbstoffe ab und macht die Frucht milder (Hagmann/Essich, Malle/Schmickl). |
| Ausbeute | Gering – viel Extrakt, aber wenig Vergärbares (natürlicher Alkohol nur ~4–5 % vol, Malle/Schmickl, Tier B); Wasserzusatz nötig. |
| Zuckerzusatz | kein Zucker – er brächte nur Alkohol, kein Aroma; stattdessen 20–25 l Wasser je 100 l Maische, weil die Frucht sehr trocken und extraktreich ist (Hagmann/Essich) |
| Maische-pH | nicht ansäuern – Schlehe braucht keine Säurezugabe (Hagmann/Essich) |
| Hefe | Reinzuchthefe, etwas höher dosiert (~30 g/100 l, Hagmann/Essich) |
| Pektinase | zwingend, hoch dosiert – etwa die dreifache Menge wie bei Pflaume (Hagmann/Essich) |
| Gärdauer | ~3 Wochen |
| Aroma | Herb, mandelig, leicht bittersüß – unverkennbar wild. |
Der Schnitt
Steinobst: Steine nicht zerschlagen (Blausäure → Ethylcarbamat); ein kleiner Anteil ganzer Steine (~10 %) darf fürs mandelige Aroma mitbrennen (Malle/Schmickl). Vorlauf abtrennen, Nachlauf rechtzeitig.
Besonderheiten
- Erst nach dem ersten Frost ernten.
- Sehr trockene, extraktreiche Frucht → Wasserzusatz und hohe Pektinase-Dosis.
- Als zuckerarme, aromatische Frucht alternativ als Schlehengeist (Mazeration statt Gärung) möglich.
