Johannisbeerbrand
Beerig-frisch mit feiner Säure – rot mild, schwarz als Cassis-Wucht.
- Gärtemperatur
- 15–18 °C
- Gärdauer
- 2–3 Wochen, problemlos
- Trinkstärke
- 40–45 % vol
Welches Obst eignet sich?
Was dich erwartet
So machst du die Maische
Entrappen ist Pflicht: Rispen und Stiele vor dem Vermaischen vollständig entfernen – Blatt- und Stielanteile geben sonst einen krautig-grasigen Ton, der an zerbissene Johannisbeerblätter erinnert. Vollreife Beeren wählen: Schwarze Johannisbeeren bringen den höchsten vergärbaren Zuckeranteil und das charakteristische Cassis-Aroma; rote und weiße liegen nur bei 6–9 % vergärbarer Substanz und damit niedriger Ausbeute. Beeren quetschen und Pektinase einrühren – bei der Johannisbeere notwendig, damit Saft und Aroma frei werden. Ansäuern ist bei der von Natur aus säurereichen Johannisbeere meist unnötig; den pH (2,8–3,2) nur kontrollieren. Reinzuchthefe zugeben (z. B. Lalvin EC-1118, etwa 20 g je 100 l Maische). Kühl vergären (15–18 °C, 2–3 Wochen) – die Gärung läuft problemlos. Gefäß mit Gärverschluss dicht halten. Zügig nach der Gärung brennen. Wegen des geringen Beeren-Alkohols (oft nur 2–3 % vol in der Maische) den Alkohol bei größeren Mengen über mehrere Raubrände sammeln und der letzten Maische zugeben, damit die Feinbrand-Trennung sauber gelingt.
→ Was in der Maische passiert: Gärung im Detail
Wie viel brauche ich?
Du hast eine bestimmte Menge Obst – wie viel Maische, Hefe und (optional) Zucker wird daraus? Der Rechner skaliert die Faustwerte; die genaue Pektinase-Gabe richtet sich nach dem Präparat.
≈ 20 l Maische aus 20 kg Frucht
- Hefe: rund 4–6 g Reinzucht-Trockenhefe (20–30 g/100 l)
Pektinase:
Faustwerte für den Hausgebrauch: weiche Maische ≈ 1 l je kg Frucht, Hefe 20–30 g/100 l, Zucker ~17 g/l je % vol Anhebung (maßvoll aufzuckern – mehr zur hochgradigen Maische). Der Alkohol-Richtwert nutzt den hinterlegten Zuckergehalt (°Brix) und die belegten Obst-Faktoren nach Pischl – er erscheint nur für Obstarten, für die diese Faktoren vorliegen. Genauer rechnet der Brennerei-Rechner aus dem selbst gemessenen Extrakt.
Profil
| Kategorie | Brand |
|---|---|
| Grundzutat | Johannisbeere |
| Reife / Ernte | |
| Ausbeute | |
| Zuckerzusatz | |
| Maische-pH | |
| Hefe | |
| Pektinase | |
| Gärdauer | |
| Aroma |
Praxis & Tipps
Vollständig entrappen – Stiele bringen Gerbstoff und Bitterkeit. Nicht ansäuern – die Beere ist von Natur aus säurereich. Pektinase zusetzen – sie verbessert Saftausbeute und Vergärung. Für einen kräftigen, eigenständigen Brand die schwarze Sorte (Cassis) wählen.
Häufige Fehler bei Johannisbeere
Krautig-grasiger Ton (wie zerbissenes Johannisbeerblatt): Rispen und Stiele nicht entfernt – konsequent entrappen. Schwacher, alkoholisch-flacher Brand: rote und weiße Beeren bringen nur 6–9 % vergärbare Substanz – für mehr Körper schwarze Johannisbeeren oder hochgradige Maische mit Zuckerzusatz. Dünne, saftarme Maische: ohne Pektinase bleibt der Saft gebunden – Pektinase ist bei Beeren notwendig.
→ Alle Fehlerbilder & Gegenmaßnahmen
Besonderheiten
Entrappen ist Pflicht (Stiele = Bitterkeit/Gerbstoff). Von Natur aus säurereich → Ansäuern meist unnötig. Die schwarze Sorte (Cassis) ergibt einen wuchtigen, eigenständigen Brand.
