Williamsbrand
Der Estertraum: blumig, parfümiert, unverkennbar nach reifer Birne.
- Zuckergehalt
- 12 °Bx
- Gärtemperatur
- max. 18 °C (Aromaschonung)
- Gärdauer
- 2–3 Wochen
- Trinkstärke
- 40–45 % vol
Welches Obst eignet sich?
Was dich erwartet
So machst du die Maische
Verlesen und waschen: nur vollreife, aber nicht schon teigige Birnen verarbeiten; faules und angestoßenes Obst konsequent aussortieren – Fehler lassen sich später nicht herausbrennen. Stiele herausziehen und das Kernhaus entfernen, dann die Früchte zu feinem Mus zerkleinern (Maisch- oder Passiermühle). Die gerbstoffreichen Stiele und das Kernhaus bringen sonst herbe, kratzig-bittere Töne in die Maische; eine Passiermaschine trennt Stiele, Kerne und harte Kernhausteile in einem Arbeitsgang ab. Pektinase ist bei Birne optional (sie verbessert die Saftausbeute) – wer sie einsetzt, rührt sie vor Säure und Hefe ein und lässt sie etwa 1 Stunde vorquellen. Sie wirkt zwischen 15 und 40 °C; unter 15 °C die Dosis nach Herstellerangabe um die Hälfte erhöhen. Auf pH 2,8–3,1 ansäuern: Birne hat von Natur aus einen zu hohen pH-Wert. Mit Milch- oder Phosphorsäure einstellen und mit dem pH-Meter kontrollieren – der niedrige pH ist der wichtigste Schutz der mageren Maische gegen Fehlgärung. Reinzuchthefe nach Anleitung rehydrieren und einrühren (etwa 20 g je 100 l Maische). Gärgefäß mit Gärspund verschließen (Sperrflüssigkeit: 2-prozentige schweflige Säure) und nicht randvoll füllen. Kühl vergären (höchstens 18 °C, das flüchtige Birnenaroma ist hitzeempfindlich) und die Maische nicht umrühren – das trägt nur Sauerstoff und Keime ein. Nach 2–3 Wochen ist sie durchgegoren und sollte zügig gebrannt werden.
→ Was in der Maische passiert: Gärung im Detail
Wie viel brauche ich?
Du hast eine bestimmte Menge Obst – wie viel Maische, Hefe und (optional) Zucker wird daraus? Der Rechner skaliert die Faustwerte; die genaue Pektinase-Gabe richtet sich nach dem Präparat.
≈ 20 l Maische aus 20 kg Frucht
- Hefe: rund 4–6 g Reinzucht-Trockenhefe (20–30 g/100 l)
- Erwartet: rund 0.9 l reiner Alkohol (Maische ≈ 4.3 % vol) Gesamtalkohol inkl. Vor- und Nachlauf; der verwertbare Mittellauf liegt darunter.
Pektinase:
Faustwerte für den Hausgebrauch: weiche Maische ≈ 1 l je kg Frucht, Hefe 20–30 g/100 l, Zucker ~17 g/l je % vol Anhebung (maßvoll aufzuckern – mehr zur hochgradigen Maische). Der Alkohol-Richtwert nutzt den hinterlegten Zuckergehalt (°Brix) und die belegten Obst-Faktoren nach Pischl – er erscheint nur für Obstarten, für die diese Faktoren vorliegen. Genauer rechnet der Brennerei-Rechner aus dem selbst gemessenen Extrakt.
Profil
| Kategorie | Brand |
|---|---|
| Grundzutat | Williamsbirne |
| Reife / Ernte | |
| Ausbeute | |
| Zuckerzusatz | |
| Maische-pH | |
| Hefe | |
| Pektinase | |
| Gärdauer | |
| Reifung | |
| Aroma |
Praxis & Tipps
Kernhaus vor dem Vermaischen entfernen – es bringt sonst herbe, kratzige Töne in die Maische. Säurezugabe ist bei Birne fast Pflicht: der natürliche pH liegt zu hoch, Ziel sind 2,8–3,2. Luftdicht arbeiten – die Williamsmaische oxidiert leicht und verliert dann an Frische. Kühl vergären (≤ 18 °C): das flüchtige Birnenaroma ist hitzeempfindlich, Wärme treibt es aus. Knapp vor der Baumreife pflücken und kontrolliert nachreifen lassen – vollreif, aber nicht teigig.
Häufige Fehler bei Williamsbirne
Verlust der Frische / oxidative Note: die Williamsmaische oxidiert leicht – bei Luftkontakt verschwindet das parfümierte Aroma. Luftdicht arbeiten, CO₂-Decke erhalten. Vorlaufton (klebstoff-/lösungsmittelartig): bei zu knapper Vorlauf-Abtrennung. Den Vorlauf sauber und großzügig wegnehmen. Essigstich (stechend, nagellackartig): Essigbakterien nach Verlust der CO₂-Schutzdecke. Gärverschluss halten und früh brennen.
→ Alle Fehlerbilder & Gegenmaßnahmen
Der Schnitt
Besonderheiten
Maische ist oxidationsempfindlich – luftdicht arbeiten. Säurezugabe zur pH-Einstellung ist bei Birne fast immer Pflicht.
