Quittenbrand
Quittenbrand mit blumigem Duft und herbem Geschmack.
- Gärtemperatur
- 15–18 °C
- Gärdauer
- Mehrere Wochen, abhängig von Temperatur, Hefe, Reife und Zerkleinerung. Das Gärende anhand einer Restzucker- bzw. Gärkontrolle feststellen, nicht nur nach Kalender.
- Trinkstärke
- 40–45 % vol
Welches Obst eignet sich?
Sortenwahl
- ApfelquitteEmpfehlung
Klein und besonders intensiv duftend, oft als Halbstämmchen in Haus- und Vorgärten. Ergibt fast überaromatisierte, im Geschmack hart und rau wirkende Destillate – für Kenner die Krönung des Quittenaromas. - BirnenquitteGeeignet
Ebenfalls bestens geeignet; elegant duftende, am Gaumen weichere Destillate. Großfruchtige Sorten aus der Türkei oder Griechenland sind etwas aromaärmer, ergeben aber hervorragend weiche Brände mit schönem Charakter. - ZierquitteGeeignet
Auch die Zierquitte ist zum Einmaischen geeignet – eine sinnvolle Verwertung für die kleinen, sehr harten Früchte aus dem Ziergarten.
Aroma und Geschmack
Die Maische ansetzen
Nach der Ernte 10–14 Tage in Kisten nachreifen lassen – dann deutet sich der Duft des späteren Brands schon an. Das Fruchtfleisch darf dabei nie braun werden. Apfelquitten duften am intensivsten, Birnenquitten geben weichere Brände. Die feinen Härchen vor dem Vermaischen entfernen – von Hand oder mit dem Hochdruckreiniger. Das ist der wichtigste Schritt: unenthaarte Quitten geben raue, ranzig-buttrige Brände. Mit einer leistungsstarken Mühle fein vermahlen – die Frucht ist steinhart und sehr pektinreich. Die Enzymempfehlungen der Fachbücher unterscheiden sich: Hagmann empfiehlt Verflüssiger, Dürr beschreibt auch eine Verarbeitung ohne Enzymzusatz. Nach Konsistenz und Präparat entscheiden; keine pauschale Doppeldosis verwenden. Bei Methanolproblemen ersetzt ein Enzymzusatz weder die Prüfung des Präparats auf PME-Aktivität noch eine Analyse. Auf pH 2,8–3,2 ansäuern, Reinzuchthefe zugeben (z. B. Lalvin EC-1118, etwa 20 g je 100 l Maische) und kühl vergären (15–18 °C; Dauer bis zur vollständigen Vergärung). Niedrige, chargenabhängige Ausbeute. Der amtliche Abfindungssatz für Quitten beträgt 2,6 l reinen Alkohol je 100 l Rohstoff; diese Steuerpauschale ist keine Prognose der tatsächlichen Brennausbeute.
Wie viel brauche ich?
Du hast eine bestimmte Menge Obst – wie viel Maische, Hefe und (optional) Zucker wird daraus? Der Rechner skaliert die Faustwerte; die genaue Pektinase-Gabe richtet sich nach dem Präparat.
≈ 20 l Maische aus 20 kg Frucht
- Hefe: rund 4–6 g Reinzucht-Trockenhefe (20–30 g/100 l)
Pektinase:
Faustwerte für den Hausgebrauch: weiche Maische ≈ 1 l je kg Frucht, Hefe 20–30 g/100 l, Zucker ~17 g/l je % vol Anhebung (maßvoll aufzuckern – mehr zur hochgradigen Maische). Die Volumenzunahme durch gelösten Zucker ist in dieser Näherung nicht berücksichtigt. Der Alkohol-Richtwert nutzt den hinterlegten Extrakt-Richtwert (°Brix) und die belegten Obst-Faktoren nach Pischl – er erscheint nur für Obstarten, für die diese Faktoren vorliegen. Genauer rechnet der Brennerei-Rechner aus dem selbst gemessenen Extrakt.
Verarbeitung und Richtwerte
| Kategorie | Brand |
|---|---|
| Grundzutat | Quitte |
| Reife / Ernte | |
| Ausbeute | |
| Zuckerzusatz | |
| Maische-pH | |
| Hefe | |
| Pektinase | |
| Gärdauer | |
| Aroma |
Praxis & Tipps
Die filzigen Härchen vor dem Vermaischen abreiben – sie bringen sonst einen herb-bitteren Ton. Fein vermahlen; Enzymbedarf anhand von Konsistenz und Präparat entscheiden, nicht pauschal doppelt dosieren. Vollreif und durchgehend gelb ernten, dann 10–14 Tage nachreifen lassen. Niedrige, chargenabhängige Ausbeute. Der amtliche Abfindungssatz für Quitten beträgt 2,6 l reinen Alkohol je 100 l Rohstoff; diese Steuerpauschale ist keine Prognose der tatsächlichen Brennausbeute.
Häufige Fehler bei Quitte
Rauer, ranzig-buttriger Brand: die Quitten wurden nicht enthaart – die feinen Härchen unbedingt vor dem Vermaischen entfernen. Methanol: Pektinreiche Quitten erfordern sorgfältige Verarbeitung. PME-haltige Präparate können den Methanolgehalt erhöhen; mehr Enzym ist daher keine pauschale Abhilfe. Bei Bedarf im Fachlabor analysieren lassen. Niedrige, chargenabhängige Ausbeute. Der amtliche Abfindungssatz für Quitten beträgt 2,6 l reinen Alkohol je 100 l Rohstoff; diese Steuerpauschale ist keine Prognose der tatsächlichen Brennausbeute.
→ Alle Fehlerbilder & Gegenmaßnahmen
Besonderheiten
Harte Früchte fein vermahlen; Enzyme nach tatsächlichem Bedarf und Herstellerangabe dosieren. Härchen vor dem Einmaischen entfernen (Bitterton). Eine der niedrigsten Ausbeuten – Quittenbrand ist entsprechend rar.



