Brand · aus Elsbeere

Elsbeerbrand

Einer der seltensten und teuersten Obstbrände – fein, herb, gesucht.

Gärtemperatur
15–18 °C
Gärdauer
2–3 Wochen
Trinkstärke
40–45 % vol

Welches Obst eignet sich?

Der Elsbeerbrand gilt als einer der seltensten und teuersten Edelbrände – in Österreich etwas häufiger als in Deutschland. Teuer ist er vor allem wegen der mühsamen Handernte der kleinen, weit verstreuten Früchte; die Brennausbeute selbst ist für Wildobst sogar ordentlich.

Die Frucht ist sehr trocken und zuckerarm, ähnlich der Vogelbeere: Ohne Wasserzusatz wird daraus keine brennbare Maische. Die Stängel müssen vor dem Vermaischen entfernt werden.

Was dich erwartet

Fein, herb und marzipanig-fruchtig – ein zurückhaltender, eleganter Brand, der seinen Ruf als gesuchte Rarität dem Aroma ebenso verdankt wie der Seltenheit.

So machst du die Maische

  1. Spät und vollreif ernten – die kleinen, eiförmigen Früchte (reif ledrig-braun, etwa 15 mm) tragen spät und unregelmäßig und müssen von Hand gesammelt werden; das macht die Elsbeere zu einem der teuersten Edelbrände.

  2. Nach einer Nachreife die Früchte abrebeln und die Stängel entfernen – wie bei der Vogelbeere.

  3. Zerkleinern und Wasser zusetzen – die Frucht ist sehr trocken (~10 % bis zu einem Drittel Wasserzusatz). Pektinase ist nötig.

  4. Auf pH 2,8–3,2 ansäuern und Reinzuchthefe zugeben (z. B. Lalvin EC-1118); bei 15–18 °C vergären. Alternativ vergärt man die Elsbeere wie die Vogelbeere – wärmer und ohne Ansäuern; beide Wege sind gebräuchlich.

  5. Nach 2–3 Wochen ist die Maische durch. Den marzipanbetonten Brand zügig destillieren – ein kräftiges, wildobsttypisches Destillat, nichts für den Erstkontakt mit Beerenbränden.

→ Was in der Maische passiert: Gärung im Detail

Wie viel brauche ich?

Du hast eine bestimmte Menge Obst – wie viel Maische, Hefe und (optional) Zucker wird daraus? Der Rechner skaliert die Faustwerte; die genaue Pektinase-Gabe richtet sich nach dem Präparat.

20 l Maische aus 20 kg Frucht

  • Hefe: rund 4–6 g Reinzucht-Trockenhefe (20–30 g/100 l)

Pektinase:nötig – die Menge immer nach Herstellerangabe dosieren, Präparate sind unterschiedlich konzentriert. → Enzym richtig einsetzen (Maische & Mikrobiologie)

Faustwerte für den Hausgebrauch: weiche Maische ≈ 1 l je kg Frucht, Hefe 20–30 g/100 l, Zucker ~17 g/l je % vol Anhebung (maßvoll aufzuckern – mehr zur hochgradigen Maische). Der Alkohol-Richtwert nutzt den hinterlegten Zuckergehalt (°Brix) und die belegten Obst-Faktoren nach Pischl – er erscheint nur für Obstarten, für die diese Faktoren vorliegen. Genauer rechnet der Brennerei-Rechner aus dem selbst gemessenen Extrakt.

Profil

KategorieBrand
GrundzutatElsbeere
Reife / ErnteSpät und vollreif ernten – die kleinen Früchte sind selten und aufwendig zu sammeln.
AusbeuteFür Wildobst ordentlich – im Brennversuch wurden 3,92 l A/hl Maische gemessen („recht gut“); rar und teuer ist die Frucht wegen der mühsamen Handernte, nicht der Brennausbeute.
Zuckerzusatzklassisch ohne Zucker, aber mit Wasser, weil sehr trocken (~10 % bis zu einem Drittel Wasserzusatz)
Maische-pH2,8–3,2
HefeReinzuchthefe (z. B. Lalvin EC-1118)
Pektinasenötig
Gärdauer2–3 Wochen
AromaFein, herb, marzipanig-fruchtig – ein gesuchter Raritäten-Brand.

Praxis & Tipps

  • Spät und vollreif ernten – die kleinen Früchte sind selten und aufwendig zu sammeln.
  • Wasser zusetzen – die Frucht ist sehr trocken (wie Vogelbeere).
  • Stängel vor dem Vermaischen entfernen.
  • Für Wildobst ist die Brennausbeute ordentlich; rar und teuer ist die Elsbeere wegen der Handernte, nicht wegen schlechter Ausbeute.

Häufige Fehler bei Elsbeere

→ Alle Fehlerbilder & Gegenmaßnahmen

Besonderheiten

  • Rar und teuer wegen der mühsamen Handernte – einer der teuersten Edelbrände (in Österreich häufiger); die Brennausbeute selbst ist für Wildobst ordentlich.
  • Sehr trockene Frucht (wie Vogelbeere) → Wasserzusatz und Stängel entfernen.